Eine alltägliche Redewendung im Sinne von – doch, doch, ist mir schon recht, vielleicht könnte man allenfalls noch … Es fehlt also das umfassende Einverständnis, muss ja auch nicht unbedingt sein.
Dabei könnte man es belassen, wäre da nicht eine lange historische Dimension, schon unter römischen Denkern soll vor allem das an sich thematisiert worden sein mit der Vokabel per se, die bis heute in unserem Wortschatz erhalten geblieben ist.
Philosophisch betrachtet: Mit an sich sind Gegenstände und Tatsachen gemeint, die unabhängig von menschlicher Wahrnehmung und entsprechendem Bewusstsein existieren, vielleicht gar nicht erkennbar sind – keine Ahnung, was Pamina, meine Katze denkt, wenn ich ihr die Rache-Arie aus der «Zauberflöte» vorspiele. Wir können Empathie für das Leid eines Menschen empfinden, aber wie er sich im Innersten fühlt, wissen wir nicht. Am bekanntesten ist wohl die kantische Formulierung: «Wir sehen nur die Erscheinungsform, das Ding an sich erkennen wir nicht.» Wesentlich auch die Überzeugung des Mathematikers Kurt Gödel, dass es physikalische Ereignisse gibt, die sich der Berechenbarkeit entziehen. Oder auch der Physiker Werner Heisenberg, der in seiner Unschärferelation (bei Wikipedia verständlich erklärt) belegt, dass unserem Erkenntnisvermögen unüberwindbare Grenzen gesetzt sind. Dass wir das möglicherweise Wesentliche nicht erkennen, die Antwort auf die Fragen woher, wohin, warum überhaupt nicht wissen, hat die Menschen zu Glaubensformen in ihren vielfachen Ausprägungen geführt. Eine durchaus verständliche Reaktion, ein Leben im Zweifel und ohne Gewissheit ist für viele nur schwer erträglich.
Einige Philosophen haben versucht, diese Unsicherheit mit einer denkerischen Brücke zu überwinden, etwa Heidegger, der das nicht erfassbare Sein im Seienden verwirklicht sieht. Oder auch, es ist zwar nicht meine Welt, Rudolf Steiner, er hätte in diesem Jahr den Hundertsten feiern können, der in seiner Anthroposophie Wege aufzeigt, wie wir mit Denken zur objektiven und wahren Erkenntnis gelangen können. Hier stellt sich die altbekannte Frage, wo das Wissen in ein Glauben mündet, je nach Weltbild auch umgekehrt.
Ja, und dann noch das für sich: Gegenständliches, Tatsachen, Vorgänge aller Art, die wir subjektiv wahrnehmen und von denen wir ein Bewusstsein haben. «Das, was der Fall ist» – wie es Wittgenstein formuliert. Das Wort Objektivität ist übrigens in Verruf geraten, wollen Sie dem gegenwärtigen Erkenntnisstand gerecht werden, sollten Sie nur noch von Intersubjektivität sprechen. An und für sich eine Haarspalterei, die ich Ihnen da vorlege, und doch …






