SCAPA – Golf

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Von Lukas Vogel­sang – Pas­send zum Auf­takt der «Schlachtfeld»-Kolumne fiel uns das Buch von Sca­pa «Golf» in die Fin­ger. Ted Sca­pas Bücher haben ein auf­fal­len­des Merk­mal: Sie erspa­ren uns lan­ge Tex­te und über­ra­schen von Anfang an mit sin­ni­gen und unsin­ni­gen Car­toons. Sca­pas Car­toons sind manch­mal über­ra­schend tief­sin­nig und manch­mal ganz ein­fach «ein­fach». Wobei «ein­fach ver­ständ­lich» beim Humor Gold wert ist. Es muss ja nicht immer nur «tief­sin­nig» sein. Und gera­de die­ser Mix auf Tie­fe und Untie­fe machen in Sca­pas Büchern Spass.

Golf ist wie­der­um ein dank­ba­res The­ma. Kaum ein Sport, der so vie­le absur­de Momen­te her­vor­bringt. Sca­pa hat wun­der­bar beob­ach­tet und sich an die­se Absur­di­tä­ten her­an­ge­tas­tet. Sei­ne spon­ta­ne Art, auf rund 120 Sei­ten mit «Golf» zu spie­len, wirkt anste­ckend. Sei­ne Beob­ach­tun­gen sind manch­mal auf den ers­ten Blick nicht erkenn­bar. Sub­til und zer­brech­lich hält er einen ganz nor­ma­len Moment fest, um ihn gleich wie­der los­zu­las­sen. Damit wird aus einem ein­fa­chen Bild plötz­lich eine gan­ze Geschich­te. Das Ein­fa­che wird Kom­plex und der Witz wächst mit jedem Betrachten.

Das Ergeb­nis ist hier ein wirk­lich tol­les Buch für Gol­fer – oder für sol­che, die kei­ne Ahnung davon haben. Sca­pa hat ein wun­der­ba­res Abbild der Fas­zi­na­ti­on die­ser Sport­art geschaf­fen. Wer sich auf dem Golf­platz ein wenig aus­kennt, wird sich sel­ber immer wie­der im Buch ent­de­cken können.

Die­ses Buch ist aus dem Impuls eines Cha­ri­ty-Anlas­ses von Yvonne Kurz­mey­er (Schwei­zer-Tafeln) gewach­sen. Ursprüng­lich wur­de ein Golf-Bild von Sca­pa ver­stei­gert, und der Künst­ler fand Gefal­len an den Golf­su­jets – wie auch an wei­te­ren Cha­ri­ty-Anläs­sen sei­ne Bil­der begehrt wur­den. So tauch­te Ted Sca­pa immer tie­fer in den Golf­sport ein, aller­dings mehr mit Stift und Papier als mit Schlä­ger und Bällen.

Der Hol­län­der Ted Sca­pa kam 1962 in die Schweiz, nach Auf­ent­hal­ten in Indi­en, Indo­ne­si­en, Hong­kong und den USA, und hei­ra­te­te Meret Mey­er-Ben­te­li, die Toch­ter des Ver­le­gers Hans Mey­er-Ben­te­li. Ted Sca­pa lei­te­te den Ben­te­li-Ver­lag in Bern und die Dru­cke­rei knapp dreis­sig Jah­re. In der Schweiz bekannt wur­de Ted Sca­pa mit der Mode­ra­ti­on vom legen­dä­ren «Spiel­haus». Aber auch vie­le wei­te­re künst­le­ri­sche Arbei­ten von ihm sind mit Prei­sen aus­ge­zeich­net wor­den. Ted Sca­pa wohnt in Vall­amand am Murtensee.

Foto: Ted Scapa
ensuite, August 2012



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