- ensuite | kulturagenda | enBlog - https://ensuite.we-are.gmbh/ -

Rück­blick auf das nächs­te Jahr: Teil 2

Von Patrik Etsch­may­er - Des ers­te Halb­jahr war ja schon grau­sig. Aber das Zwei­te hat noch Poten­ti­al für eine Stei­ge­rung. Schau­en wir mal:

Juli: Chris­toph Blo­cher auf Staats­be­such in Gross­bri­tan­ni­en. Er nutzt das Som­mer­loch aus und die Tat­sa­che, dass der Bun­des­rat – da in Cor­po­re in den Feri­en – nicht hand­lungs­fä­hig ist, um einen bila­te­ra­len Ver­trag mit dem Ver­ei­nig­ten König­reich abzu­schlies­sen und wird mit allen Ehren in Lon­don emp­fan­gen. Die Ver­hand­lun­gen wer­den emp­find­lich durch Hin­wei­se von Schwei­zer Par­la­men­ta­ri­ern gestört, die dar­auf hin­wei­sen, dass Pre­mier­mi­nis­ter Blo­cher weder ein offi­zi­el­les Amt in der Schweiz beklei­det, noch dass es dort die­sen Pos­ten über­haupt gibt. Dies hält Blo­cher und Pre­mier The­re­sa May, deren Ver­hand­lun­gen mit der EU ziem­lich mäs­sig lau­fen, nicht davon ab, in einer Abschluss­erklä­rung von einer gross­ar­ti­gen neu­en Part­ner­schaft zu spre­chen, die sich da anbah­ne. Die Welt­wo­che berich­tet auf 96 Sei­ten über den Besuch, der in der ‹Lügen­pres­se› fast über­all igno­riert wird.

August: Prä­si­dent Trump hat immer noch nicht mit dem Bau der Grenz­mau­er zu Mexi­ko begon­nen. Er hat dafür sei­ne Kin­der ins Kabi­nett bestellt, nach­dem die ers­ten sei­ner Minis­ter ent­nervt demis­sio­niert haben, da Trump regel­mäs­sig alle bereits ver­ein­bar­ten Vor­stös­se von die­sen im letz­ten Moment meet Tweets tor­pe­dier­te und durch eige­ne Vor­schlä­ge, die ‹um so vie­les bes­ser sind, es tut schon fast weh!› ersetz­te. «Mei­ne Kin­der kön­nen bes­ser mit mei­nem sou­ve­rä­nen Füh­rungs­stil umge­hen als die­se Mem­men-Poli­ti­ker!» Auf die Fra­ge, wer nun sei­ne Geschäf­te füh­re, mein­te er nur, das sei sei­ne Pri­vat­an­ge­le­gen­heit. Donald Jr. wird Innen­mi­nis­ter, Eric Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter und Ivan­ka Aussenministerin.

Sep­tem­ber: Deutsch­land steht im Zei­chen der Bun­des­tags­wahl, bei der sich Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel vor allem gegen die Oppo­si­ti­on der AfD und CSU kämpft. Seit im Juli CSU-Chef Horst See­ho­fer bekannt gege­ben hat, dass sei­ne Par­tei in Bay­ern mit der AfD fusio­nie­re und die­se Par­tei nur noch in den ande­ren Bun­des­län­dern antre­te, führt die CDU einen Zwei­fron­ten­krieg gegen links und rechts. Der CSU-Chef zählt dar­auf, in einer neu­en rechts-retchtser-Regie­rung zum einen sein Amt als Bay­ri­scher Minis­ter­prä­si­dent zu hal­ten und das neu zu schaf­fen­de Amt für Grenzs­si­che­rung zu füh­ren, denn ‹ob ich jetzt die Gren­ze von Bay­ern oder auch von Rest­deutsch­land siche­re ist eh wurscht!› Aller­dings ver­fehlt das neue Rechts-Bünd­nis die Mehr­heit und die CSU wen­det sich in der Fol­ge wie­der der CDU zu, was die AfD-Vor­sit­zen­de von Stork dazu bringt, ewi­ge Rache an See­ho­fer zu schwö­ren und ihre Dämo­nen­hor­den Rich­tung Mün­chen zu schicken.

Okto­ber: Um die immer grös­ser wer­den­de Zahl von Flücht­lin­gen abzu­hal­ten, baut Kana­da eine Mau­er an der Gren­ze zu den USA. Der kana­di­sche Pre­mier Jus­tin Tru­deau beton­te, dass die­se Mass­nah­me nur schwe­ren Her­zens getrof­fen wür­de und es ein­fach nötig sei, um die Immi­gran­ten in geord­ne­te Bah­nen zu len­ken. Nach dem Bekannt­wer­den der Plä­ne tweetet Donald Trump ein ver­nich­ten­des Urteil zu dem neu­en Bau­werk. «Häss­li­che Mau­er, unse­re wird viel bes­ser. Schlech­ter Stil, aber die Mexi­ka­ner zah­len die Mau­er, wie ver­spro­chen», wor­auf der mexi­ka­ni­sche Prä­si­dent tweete­te: «Wir zah­len kei­ne ver­damm­te Mau­er!! Weder die von Kana­da, noch eine andere!!»

Novem­ber: The­re­sa May auf Staats­be­such in der Schweiz. Sie geniesst den Nebel am Zür­cher Flug­ha­fen sicht­lich, doch die Stim­mung geht berg­ab, als sie von Bun­des­prä­si­den­tin Doris Leu­thard begrüsst wird und sie weder ‹Prime Minis­ter› Chris­toph Blo­cher noch des­sen ‹char­ming Secre­ta­ry Köp­pe­li› irgend­wo fin­den kann. Es wird noch pein­li­cher, als ihr mit­ge­teilt wird, dass das mehr­tau­send­sei­ti­ge Ver­trags­werk für eine Zoll- und Wirt­schaft­uni­on mit der Schweiz (ASEABNBF (Ang­lo Suis­se Eco­no­mic Agré­ment But No Bloo­dy For­eig­ners)), weches sie zur Rati­fi­zie­rung mit­ge­bracht hat, lei­der das Papier nicht wert sei, auf dem es gedruckt wur­de, da die Regie­rung a) nichts davon wis­se, weil b) ‹wir prin­zi­pi­ell nicht die Welt­wo­che lesen› und c) ‹der Blo­cher ist eh schon zehn Jah­re aus der Regie­rung draussen!›

Mrs. May wird mit den Wor­ten ‹Oh, bug­ger!› zitiert.

Dezem­ber: Donald Trump tritt über­ra­schen­der­wei­se von sei­nem Amt zurück. Er kün­det sei­nen Ent­schluss über Twit­ter an. «Prä­si­dent­schaft total über­be­wer­tet. Immo­bi­li­en sind das Wah­re! Bau von Trump-Towers Mos­kau gros­ses Ziel 2018». Vize­prä­si­dent Pence, kün­det an, als ers­tes sei­ne Tages­do­sis von 2000 mg Dia­ze­pam etwas zurück zu schrau­ben und danach die Geset­ze des alten Tes­ta­men­tes wie­der ein­zu­füh­ren, wird das welt­weit als Schritt in Rich­tung Zivi­li­sa­ti­on durch die USA betrachtet.

Prost!