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Natio­nal­rat will die Kul­tur gross­zü­gi­ger fördern

SDA – Der Natio­nal­rat hat am Mon­tag­nach­mit­tag das Kul­tur­för­de­rungs­ge­setz bera­ten. Ins­ge­samt woll­te der Bun­des­rat die Kul­tur in den Jah­ren 2012 bis 2015 mit 637,9 Mil­lio­nen Fran­ken unterstützen.

Nach den bis­he­ri­gen Ent­schei­den des Stän­de­rats und des Natio­nal­rats hat sich die Gesamt­sum­me mitt­ler­wei­le auf 689,5 Mil­lio­nen Fran­ken erhöht: Der Stän­de­rat hat­te sich im Juni für zusätz­li­che Gel­der in Höhe von 30 Mil­lio­nen aus­ge­spro­chen. Am Mon­tag setz­te der Natio­nal­rat noch 21,6 Mil­lio­nen drauf; bei allen Vor­la­gen lös­te er die Ausgabenbremse.

Mit der Kul­tur­bot­schaft 2012–2015 des Bun­des wur­de eine Neue­rung ein­ge­führt: Erst­mals debat­tiert das Par­la­ment über die Kul­tur­po­li­tik als Gesam­tes und nicht bloss im Rah­men der all­jähr­li­chen Budgetdebatte.

Die gröss­ten Kuchen­stü­cke sind die Film­för­de­rung und der Bei­trag an Pro Hel­ve­tia. Für Film­för­de­rung will der Natio­nal­rat wie der Stän­de­rat 158,1 Mil­lio­nen Fran­ken aus­ge­ben. Das sind 10 Mio. mehr, als der Bun­des­rat und die Kom­mis­si­ons­mehr­heit bereit­stel­len wollten.

Zu den Geg­nern einer Anhe­bung gehör­te die SVP-Frak­ti­on. Zehn Mil­lio­nen Fran­ken mehr reich­ten nicht aus, «um ein zwei­tes Hol­ly­wood mit Locar­no als Haupt­stadt zu schaf­fen», sag­te Oskar Frey­sin­ger (SVP/VS).

Bei der Stif­tung Pro Hel­ve­tia zeig­te sich der Rat weni­ger gross­zü­gig. Er folg­te der Kom­mis­si­ons­mehr­heit und lehn­te er es ab, die Gel­der um 8,6 Mio. auf 149 Mil­lio­nen Fran­ken auf­zu­sto­cken. Es bleibt somit beim Vor­schlag des Bun­des­rats, der pro Hel­ve­tia mit 140,4 Mio. Fran­ken unter­stüt­zen will. Der Stän­de­rat hat­te die Gel­der zwar eben­falls auf­ge­stockt, dann aller­dings die Aus­ga­ben­brem­se nicht gelöst.

Ent­ge­gen sei­ner Kom­mis­si­ons­mehr­heit will der Natio­nal­rat fer­ner das Sport­mu­se­um Schweiz mit 600’000 zusätz­li­chen Fran­ken und das Alpi­ne Muse­um für die Jah­re 2014 und 2015 mit zusätz­lich je 500’000 Fran­ken unter­stüt­zen. Bis zum Jahr 2013 ist die Finan­zie­rung des Alpi­nen Muse­ums bereits gesichert.

Gross­zü­gi­ger als der Stän­de­rat zeig­te sich die gros­se Kam­mer auch beim Hei­mat­schutz und bei der Denk­mal­pfle­ge. Er befür­wor­tet einen Bei­trag von 125 Mil­lio­nen Fran­ken. Die klei­ne Kam­mer hat­te 105 Mio. Fran­ken bean­tragt. Der Bun­des­rat woll­te sogar nur 85 Mio. Fran­ken bereitstellen.

Die Vor­la­ge geht nun wie­der zurück in den Stän­de­rat. (sda)