Bild: Pressebild / Murten Classics, Viviane Chassot

Mur­ten Clas­sics: «Es war ein­mal / Il était une fois…»

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MURTEN CLASSICS 10.–31. August 2014

Von Kas­par Zehn­der (Künst­le­ri­scher Lei­ter von Mur­ten Clas­sics) – Die Mur­ten Clas­sics gibt es seit mehr als 25 Jah­ren. Mit mitt­ler­wei­le 33 Kon­zer­ten begeis­tert das Fes­ti­val eine stän­dig wach­sen­de Zuschau­er­fa­mi­lie aus dem In- und Aus­land. Der Blick vom mit­tel­al­ter­li­chen Schloss­hof Mur­ten über den Mur­ten­see gibt den Sin­fo­nie- und Sere­na­den­kon­zer­ten auch optisch einen ein­ma­li­gen Rah­men. Kam­mer- und Vokal­kon­zer­te fin­den zum Bei­spiel spät­abends im ver­wun­sche­nen Schloss­park Mün­chen­wi­ler, als Sonn­tags­ma­ti­nee in der klei­nen goti­schen Kir­che Mey­riez oder im ori­gi­nel­len Klein­thea­ter KiB statt; jede Spiel­stät­te des sorg­fäl­tig und kon­se­quent um das Mär­chen­mot­to zusam­men­ge­stell­ten Pro­gramms unter­streicht das zau­ber­haft-fan­tas­ti­sche Ambiente.

Vivia­ne Chas­sot (Anm. Red. Bild) spielt als Artist in Resi­dence auf dem Klas­si­schen Akkor­de­on in ver­schie­de­nen Kon­zer­ten Musik aus 5 Jahr­hun­der­ten. Sie wird flan­kiert von Stars wie Hen­ri Demar­quet­te (Cel­lo), And­rei Kor­obei­ni­kov (Kla­vier), dem Merel Quar­tet oder Chris­to­phe Pré­gar­dien (Tenor).

Das dies­jäh­ri­ge Fes­ti­val­pro­gramm dreht sich ganz um den The­men­be­reich «Mär­chen, Mythen, Traum» – Fäden, die musi­ka­lisch zum Bei­spiel in Fan­ta­sien und Varia­tio­nen, aber auch der Form der Sym­pho­ni­schen Dich­tung wei­ter­ge­spon­nen wer­den. Zum Bei­spiel fürs Eröff­nungs­kon­zert: Der Schwei­zer Schau­spie­ler und Schrift­stel­ler Gil Pidoux hat die Bal­la­den aus der Samm­lung «Der Blu­men­strauss» des tsche­chi­schen Volks­dich­ters Karel Jaromír Erben neu bear­bei­tet und wird sie ein­lei­tend zu Antonín Dvor­áks ent­spre­chen­den Stü­cken «Der Was­ser­mann», «Die Mit­tags­he­xe», «Die Wald­tau­be» und «Das gol­de­ne Spinn­rad» lesen. Mit der Pra­gue Phil­har­mo­nia und ihrem ehe­ma­li­gen Chef­di­ri­gen­ten Kas­par Zehn­der steht ein bes­tens ein­ge­spiel­tes Team zur Ver­fü­gung. Das Kon­zert fin­det im Rah­men des inter­na­tio­na­len Pro­jekts «Czech Dreams» statt, das tsche­chi­sche Natio­nal­fern­se­hen wird mit von der Par­tie sein.

Schwer­punkt Roman­tik Eben­falls roman­tisch geprägt ist das zwei­te Sin­fo­nie­kon­zert mit dem rus­si­schen Gei­ger Dmi­t­ri Makhtin und dem pol­ni­schen Diri­gen­ten Luka­sz Boro­wicz: Zusam­men mit der Pra­ger Phil­har­mo­nie inter­pre­tie­ren sie von Felix Men­dels­sohn die Ouver­tü­re «Zum Mär­chen: von der schö­nen Melu­si­ne» und das Vio­lin­kon­zert e‑Moll sowie «Win­ter­träu­me», die 1. Sin­fo­nie von Piotr I. Tschaikowsky.

In der zwei­ten Woche wird ein wei­te­res Orches­ter von Welt­rang die Mur­te­ner Fes­tung hal­ten: Die Sin­fo­nia Var­so­via kommt erst­mals nach Mur­ten. Mit dem Diri­gen­ten Charles Oli­vi­e­ri-Mun­roe inter­pre­tie­ren die War­schau­er Musi­ker Rims­ky-Kor­sa­kows sin­fo­ni­sche Suite «Sche­he­ra­za­de» und mit Kas­par Zehn­der Ravels Bal­lett­mu­sik zu «Ma mère l’Oye», dazu spielt BSO-Kon­zert­meis­te­rin Fio­na Krae­ge mit ihrem Bru­der Mal­colm Krae­ge (Cel­lo) «La muse et le poè­te» von Camil­le Saint-Saëns.

«Das Mär­chen beginnt» steht am Anfang der Par­ti­tur von Zol­tan Koda­lys «Hary Janos»-Suite, um die sich Wer­ke von Haydn, Beet­ho­ven und Liszt gruppieren.
Und ganz ver­zau­bert wird das Publi­kum schliess­lich bei den bei­den letz­ten Orches­ter­kon­zer­ten: Unter der Lei­tung von Leos Svá­rovs­ky spielt die Slo­wa­ki­sche Phil­har­mo­nie Wer­ke von Glin­ka, Lia­dow, Rach­ma­ni­now, Rims­ky-Kor­sa­kow und Mus­sorgs­ky, unter Kas­par Zehn­der gibt das Sin­fo­nie Orches­ter Biel Solo­thurn eine Abschluss­ga­la mit Strauss-Wal­zern («Feen­mär­chen» und «Tau­send­un­ei­ne Nacht»), dem berühm­ten Hum­mel­flug aus «Zar Sal­tan», der Ouver­tü­re zu «Hän­sel und Gre­tel» und einer Suite aus Antonín Dvor­áks wun­der­ba­rer Mär­chen­oper «Rusal­ka» nach Ander­sens «Die klei­ne Meer­jung­frau». Mit dabei noch­mals die Artist in Resi­dence Vivia­ne Chas­sot (Klas­si­sches Akkor­de­on) als Solis­tin in Vaclav Tro­jans «Fairy Tales Pictures».

Wun­der­schö­ne Bei­spie­le deut­scher und nor­di­scher Roman­tik wird das Publi­kum in den Sere­na­den­kon­zer­ten erle­ben kön­nen: Ben­ja­min Brit­tens «Simp­le Sym­pho­ny» und Men­dels­sohns Strei­cher­sin­fo­nie in h‑Moll, bei­des genia­le Jugend­wer­ke, bil­den den Rah­men um zwei kon­zer­tan­te Stü­cke von Bach­söh­nen: Carl Phil­ipp Ema­nu­el Bach wur­de vor genau 300 Jah­ren gebo­ren, sein Cel­lo­kon­zert in a‑Moll steht der äus­serst far­bi­gen Sin­fo­nia con­cer­tan­te sei­nes jüngs­ten Bru­ders Johann Chris­ti­an Bach gegen­über. Als Solis­ten konn­ten Ana Ioa­na Olte­an (Flö­te), Doris Men­de (Oboe), Linas Valick­as (Vio­li­ne) und Mind­au­gas Backus (Vio­lon­cel­lo) gewon­nen wer­den. Beglei­tet wer­den sie vom Kam­mer­or­ches­ter Klaipeda/Litauen, einem der bes­ten Ensem­bles des Baltikums.

Die Came­ra­ta Zürich spielt mit den bei­den Solis­ten Aga­ta Raatz (Vio­li­ne) und Mar­cin Fles­zar (Kla­vier) das Dop­pel­kon­zert von Felix Men­dels­sohn, dazu Edward Elgars berühm­te Strei­cher­se­re­na­de und «Aus Hol­bergs Zeit» von Edvard Grieg.

Mär­chen ver­kau­fen sich aber auch in moder­ne­rem Out­fit: ver­pas­sen Sie nicht «offen für neu­es», da gibt es Grimm-Mär­chen in der Ver­to­nung und Inter­pre­ta­ti­on von Jan Mar­tin Mäch­ler und Mat­thi­as Kuhn, sowie Musik und Magie in Sophie Chail­lots «Côté lune» mit dem Zau­be­rer Pier­ric Tenthorey.

Der rote Faden des Fes­ti­val­pro­gramms zeigt sich vor allem auch in den vie­len Kam­mer­mu­sik- und Som­mer­nachts­kon­zer­ten. Hier begeg­net man regel­mäs­sig dem Namen Robert Schu­mann, des­sen Gesamt­werk eigent­lich ein musi­ka­li­sches Pen­dant zu Geschich­ten, Mär­chen und Legen­den in der Lite­ra­tur dar­stellt. Sein Lie­der­zy­klus «Dich­ter­lie­be» wird pro­mi­nent inter­pre­tiert durch Chris­to­phe Pré­gar­dien. Wei­te­re nam­haf­te Ensem­bles sind das Sme­ta­na Trio mit Wer­ken von Glin­ka, Bruch und Sme­ta­na, oder das legen­dä­re Tsche­chi­sche Nonett, wel­ches neben dem wun­der­ba­ren Nonett von Lou­is Spohr auch zwei Stü­cke spielt, wel­che es im Ver­lauf sei­ner 90jährigen Geschich­te bei Bohus­lav Mar­tinu und Witold Luto­slaw­ski in Auf­trag gege­ben hat­te und urauf­führ­te; das hoch­ka­rä­ti­ge Ensem­ble stellt sich zudem für ein Kin­der­kon­zert «Peter und der Wolf» mit der Mär­chen­er­zäh­le­rin Susi Fux zur Verfügung.

Die geleb­te Nähe der Künst­le­rin­nen und Künst­ler unter­ein­an­der und zum Publi­kum ist für die Mur­ten Clas­sics mitt­ler­wei­le zum weit über die Lan­des­gren­zen hin­aus leuch­ten­den Mar­ken­zei­chen geworden.

Kon­zert-Kar­ten sind unter www.murtenclassics.ch und an allen Star­ti­cket Vor­ver­kaufs­stel­len (dazu gehö­ren auch Post­schal­ter) erhält­lich. Oder bestel­len Sie kos­ten­los das Pro­gramm­heft: info@murtenclassics.ch

Bild: Artist in Resi­dence Vivia­ne Chas­sot, klas­si­sches Akkordeon.


ensuite und Mur­ten Clas­sics pfle­gen eine lang­jäh­ri­ge Medi­en­part­ner­schaft in deren Rah­men Arti­kel und Inse­ra­te aus­ge­tauscht wer­den. Die­ser Bei­trag ist ent­spre­chend als Publi­re­por­ta­ge zu lesen.

Publi­ziert: ensuite Nr. 140, August 2014



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