Monats­no­ti­zen: Musik & Sounds

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Es ist nicht leicht, sich einen Über­blick über das Musik­ge­sche­hen in der Schweiz zu ver­schaf­fen. Es ist auch nicht ein­fach, zwi­schen Klas­sik, Pop-Rock, Jazz und all den tau­send Rich­tun­gen eine all­ge­mein­gül­ti­ge Platt­form zu erfin­den. Die letz­ten Kul­tur­me­di­en neh­men sich die­sem Umstand viel zu wenig an.
So kom­men kaum noch Nach­rich­ten aus dem Busi­ness nach draus­sen. Die SUISA (die Schwei­zer Genos­sen­schaft der Urhe­ber und Ver­le­ger von Musik) ist sicher kei­ne schlech­te Sta­ti­on – aller­dings sehr trend­ori­en­tiert. Als wei­te­re Lösung bie­tet sich an, dass man sich im Web von Ver­bands­sei­te zu Ver­bands­sei­te han­gelt und Medi­en­mit­tei­lun­gen sucht. Zum Bei­spiel hat es der Schwei­zer Musik­rat zusam­men mit ange­schlos­se­nen Ver­bän­den bedau­ert, dass der Bund in der Bot­schaft zur För­de­rung der Kul­tur in der Jah­ren 2016–2019 kein Rah­men­ge­setz für die musi­ka­li­sche Bil­dung schaf­fen will. In einer Medi­en­mit­tei­lung vom 4. Juli schreibt der SMR (Schwei­zer Musik­rat), dass die vom Bun­des­rat vor­ge­schla­ge­ne Umset­zung des Ver­fas­sungs­ar­ti­kels zur musi­ka­li­schen Bil­dung über wei­te Stre­cken unbe­frie­di­gend sei. Nur weni­ge Rege­lun­gen, zum Bei­spiel die neu­en Bestim­mun­gen zur Unter­stüt­zung des Lai­en­mu­si­zie­rens oder die Schaf­fung des Pro­gramms «Jugend und Musik» sei­en posi­tiv zu wer­ten. Lei­der – so muss man anmer­ken – ver­säumt es aber der Schwei­zer Musik­rat, sei­ne Web­sei­te zu aktua­li­sie­ren und den Inhalt sol­cher Ein­wür­fe öffent­lich zu machen. So funk­tio­niert das nicht und wirkt zumin­dest sehr lai­en­haft. Im Zeit­al­ter vom Inter­net muss die­se Art von Öffent­lich­keits­ar­beit von einem Ver­band vor­aus­ge­setzt wer­den können.
Als fast ein­zi­ge Web­sei­te funk­tio­niert erstaun­li­cher­wei­se codexflores.ch – wer per Zufall auf die­ser Web­sei­te lan­det ent­deckt fast alles Wich­ti­ge im Bereich der klas­si­schen Musik. Aller­dings braucht es eine grös­se­re Por­ti­on Ver­trau­en und die Kennt­nis, dass der Chef­re­dak­teur und Grün­der, Wolf­gang Böh­ler, als Jour­na­list und Kom­men­ta­tor in Ord­nung ist, und die Arti­kel inso­fern seri­ös erar­bei­tet wur­den. Die Web­sei­te ist es lei­der weni­ger. Hier fän­de ein Web­de­si­gner ein wei­tes Feld zum Beackern.
Natür­lich gibt es auch immer noch die Schwei­zer Musik­zei­tung. Die­se ist das offi­zi­el­le Mit­tei­lungs­or­gan von vie­len Ver­bän­den (jugend+musik; Ver­band Musik­schu­len Schweiz; Schwei­ze­ri­scher Musik­päd­ago­gi­scher Ver­band; Schwei­ze­ri­scher Musi­ker­ver­band; Schwei­ze­ri­scher Ton­künst­ler­ver­ein; Schwei­ze­ri­sche Musik­for­schen­de Gesell­schaft; Eid­ge­nös­si­scher Orches­ter­ver­band; Frau­en Musik Forum; Jeu­nesses Musi­cal­es der Schweiz; Schwei­zer Musik­rat). Die Auf­la­ge von fast 22 000 Exem­pla­ren klingt zwar gut, ist aber im Anbe­tracht der Ver­bän­de und deren Mit­glie­der nicht so wahn­sin­nig gross – zumal das Maga­zin noch drei­spra­chig (deutsch, fran­zö­sisch und ita­lie­nisch) gedruckt wird.


Publi­ziert: ensuite Nr. 140, August 2014



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