Monats­no­ti­zen: artensuite

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Die Som­mer- und Feri­en­zeit lädt dazu ein, sich wie­der ein­mal aus­gie­bi­ger der Kunst zu wid­men. Einer­seits bie­ten all die gut kli­ma­ti­sier­ten Aus­stel­lungs­räu­me eine Flucht­mög­lich­keit vor den heis­ses­ten Son­nen­strah­len, ande­rer­seits gibt es auch für Son­nen­an­be­ter genü­gend Gele­gen­heit, draus­sen Kunst zu betrach­ten. Die Zahl der Frei­luft­aus­stel­lun­gen scheint sowie­so stets zuzu­neh­men und so kann auch in die­sem Jahr auf einem Aus­flug und Spa­zier­gang eini­ges ent­deckt werden.

Schon seit Mai sind Wer­ke von rund sech­zig Kunst­schaf­fen­den der visa­r­te zürich in Park und Gale­rie Wei­er­tal bei Wülf­lin­gen zu sehen. Unter dem Titel «Yes­ter­day-Tomor­row» beschäf­ti­gen sich die Künst­le­rin­nen und Künst­ler mit dem Wan­del vom Ges­tern zum Mor­gen. Noch bis Anfang Okto­ber läuft Bex & Arts im Parc de Szi­las­sy, einem im 19. Jahr­hun­dert nach eng­li­schem Stil geschaf­fe­nen Land­schafts­gar­ten. «Emer­gen­ces» nennt sich die dies­jäh­ri­ge Aus­ga­be von Bex & Arts, wobei sich in jedem Werk die Erschei­nung einer poe­ti­schen und künst­le­ri­schen Insel kris­tal­li­sie­ren soll. Unter den teil­neh­men­den Kunst­schaf­fen­den sind Vanes­sa Bil­ly, Clau­dia Comte, Vidya Gastal­don, Alex­and­re Joly, Lutz & Gug­gis­berg, Yves Netz­ham­mer, Kili­an Rüthe­man und vie­le mehr.

Die Arbeits­grup­pe Kunst im öffent­li­chen Raum der Stadt Zürich stellt bis Sep­tem­ber Gast­räu­me zur tem­po­rä­ren Bespie­lung zur Ver­fü­gung. Bewer­ben konn­ten sich Muse­en, Gale­rien oder Off-Spaces. Vor vier Jah­ren wur­de das Pro­jekt erst­mals durch­ge­führt. In die­sem Jahr sind es zehn Räu­me, die für je drei Mona­te zur Ver­fü­gung ste­hen. Beim Tur­bi­nen­platz ist «Desi­re» von Moni­ca Bon­vici­ni zu sehen, eine Instal­la­ti­on aus Edel­stahl; Annaïk Lou Pit­te­loud zeigt die bedruck­te Alu­mi­ni­um­ta­fel «Trans­po­si­ti­ons» und am Lim­mat­quai ist immer doch der Kran zu sehen.

In Biel ist wäh­rend der drei­tei­li­gen Aus­stel­lung «Le Mou­ve­ment» alles in Bewe­gung. Die Stadt wird nicht gerockt, son­dern per­for­med. Hier geht es um das Ver­hält­nis von per­ma­nen­ter Skulp­tur und der Dyna­mik des Kör­pers, um Fra­gen des öffent­li­chen Raums und wie die­ser im Kon­text zur Per­for­mance­kunst steht. Es lohnt sich also, sich auf die Socken zu machen und sel­ber in Bewe­gung zu gera­ten mit weit geöff­ne­ten Augen.

Schliess­lich läuft bis Ende August die Tri­en­na­le Wal­lis an ver­schie­de­nen Stand­or­ten in Mit­tel- und Unter­wal­lis. Auch hier sind an eini­gen Aus­tra­gungs­or­ten Wer­ke im Frei­en zu betrach­ten, zum Bei­spiel auf der Stau­mau­er von Mauvoisin.


Bild: Tobi­as Putrih, Solar Limb, Aus­stel­lungs­an­sicht Muse­um Haus Kon­struk­tiv, Foto: © Ste­fan Altenburger.
Tobi­as Putrih im Haus Kon­struk­tiv (bis 7.9.2014): Mit Bezug auf die klas­si­sche Moder­ne, ins­be­son­de­re die ers­te futu­ris­ti­sche Oper «Sieg über die Son­ne», ent­wirft der slo­we­ni­sche Künst­ler Tobi­as Putrih neue Wer­ke für das Haus Kon­struk­tiv. Die Son­ne und ihr Rand (Solar Limb) tau­chen immer wie­der auf. 

Publi­ziert: ensuite Nr. 140, August 2014



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