EDITORIAL Nr. 42/43

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Von Lukas Vogel­sang – Wenn das so wei­ter geht mit dem Wet­ter, wer­den wir arbeits­los. Gemäss unse­rer Inter­net­sta­tis­tik hat das Wet­ter näm­lich eine gros­se Aus­wir­kung auf – so ver­mu­ten wir – das Aus­geh­ver­hal­ten der Ber­ne­rIn­nen. Kaum kommt der Regen und das wet­ter­li­che Cha­os, fällt die Besu­cher­zahl auf www.ensuite.ch zusam­men. Das glei­che natür­lich auch, wenn super­schö­nes Wet­ter herrscht. Die Sta­tis­tik war vom 5. – 21. Mai in einem unglaub­li­chen Sturz­flug – und dies obwohl wir auf Goog­le den ers­ten Platz ein­ge­nom­men hat­ten. Danach war alles wie­der wie vor­her. Nun, was das Wet­ter betrifft, ken­nen wir fast nur noch die bei­den Extre­me: schön oder schlecht. Alles dazwi­schen ist uns abhan­den gekom­men. Müs­sen sich Kul­tur­ver­an­stal­ter bei der Pro­gram­mie­rung in Zukunft nach dem Wet­ter­frosch oder den Pro­phe­ten aus dem Muo­ta­tal richten?

Cha­os prägt aber auch unse­re Kul­tur. Wenn nicht ich um das Wet­ter wet­te­re, schrei­en die einen, Kul­tur för­de­re die Wirt­schaft und man sol­le mehr Geld in die Kul­tur ste­cken, damit die Wirt­schaft wie­der Auf­schwung kriegt. Wie­der ande­re ver­tei­len Sub­ven­ti­ons­gel­der über den Dau­men, mal so und mal so… doch fehlt es über­all an hand­fes­ten Daten. Gleich zwei Kul­tur­kon­zep­te ste­hen zur Dis­kus­si­on – das heisst wir schwim­men in Zukunft kul­tu­rell fast füh­rungs­los und die Pro Hel­ve­tia geht nach Chi­na, statt im eige­nen Land den Kul­tur­be­griff zu fes­ti­gen. O.k., auch das Bun­des­haus ist jetzt eine Bau­stel­le. Gute Aus­sich­ten – das Wet­ter soll im Juni noch immer doof sein.

Nur hier in der Reak­ti­on von ensuite – kul­tur­ma­ga­zin – so lässt ver­mu­ten scheint die Son­ne. Erstaun­li­cher­wei­se. Sie hal­ten die letz­te Aus­ga­be vor der Som­mer­pau­se in den Hän­den und irgend­wie sind wir so fröh­lich. Viel­leicht hat es damit zu tun, dass wir immer sehr rea­lis­tisch in die Zukunft geblickt haben und nur posi­tiv über­rascht wor­den sind. Über 40 Men­schen pro­du­zie­ren unter­des­sen die­ses 80-sei­ti­ge Monats­heft zum Null­ta­rif. In den letz­ten Tagen konn­ten wir uns vor den vie­len Arti­keln kaum noch ret­ten und das Heft ist schon wie­der bis zum Anschlag gefüllt. Wir wer­den uns jetzt in die Kari­bik bege­ben und über das wei­te­re Vor­ge­hen grü­beln. Die nächs­te Aus­ga­be kommt bestimmt – aber erst im August. Solan­ge kön­nen Sie, lie­be abo­lo­se Lese­rIn­nen, dar­über nach­den­ken, ob Sie uns nicht mit einem Abon­ne­ment unter­stüt­zen wol­len. Denn, wenn das Wet­ter schlecht ist, so haben Sie mit uns noch immer die Mög­lich­keit, auf dem Sofa rum­zu­hän­gen und sich wenigs­tens kul­tu­rell-intel­lek­tu­ell zu bilden…

Eine wun­der­schö­ne Som­mer­zeit wün­sche ich auf jeden Fall. (Wo sind eigent­lich schon wie­der mei­ne Badehosen…?)


Foto: zVg.

Publi­ziert: ensuite Aus­ga­be Nr. 42/43, Juni 2006



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