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Anti­kes Grab­re­li­ef an Ita­li­en zurückgegeben

(Medi­en­mit­tei­lung, BAK, Bern, 09.10.2012) – Heu­te wur­de im Bun­des­amt für Kul­tur in Bern ein bedeu­ten­des Grab­re­li­ef aus dem 7. Jahr­hun­dert vor Chris­tus an die ita­lie­ni­sche Bot­schaft über­ge­ben. Das Grab­re­li­ef befand sich bis anhin in einer Schwei­zer Pri­vat­samm­lung. Bei der Ent­schei­dung zur Rück­ga­be wur­de der Besit­zer vom Archäo­lo­gi­schen Insti­tut der Uni­ver­si­tät Zürich (UZH) bera­ten und bei der Über­ga­be ver­tre­ten. Die Fach­stel­le inter­na­tio­na­ler Kul­tur­gü­ter­trans­fer des Bun­des­am­tes für Kul­tur über­nahm die Ver­mitt­lung zwi­schen den Parteien.

Im Rah­men eines offi­zi­el­len Anlas­ses wur­de dem Geschäfts­trä­ger der Ita­lie­ni­schen Bot­schaft in der Schweiz ein anti­kes Grab­re­li­ef über­ge­ben. Die auf Wunsch des Eigen­tü­mers vor­ge­nom­me­ne frei­wil­li­ge Über­ga­be fand im Bun­des­amt für Kul­tur im Bei­sein des Direk­tors Jean-Fré­dé­ric Jaus­lin statt.

Beim Kul­tur­gut han­delt es sich um einen Teil eines bedeu­ten­den dau­ni­schen Grab­re­li­efs aus Kalk­stein, wel­ches aus dem 7. Jahr­hun­dert vor Chris­tus stammt. Es ent­spricht einem aus­schliess­lich in Apu­li­en bekann­ten Typus und kann daher die­ser Regi­on zuge­ord­net wer­den. Auf dem Grab­re­li­ef sind auf Vor­der- und Rück­sei­te Jagd- und Kriegs­sze­nen abgebildet.

Das Grab­re­li­ef wur­de dem Archäo­lo­gi­schen Insti­tut der UZH als Schen­kung ange­bo­ten. Das Archäo­lo­gi­sche Insti­tut der UZH han­del­te gemäss den ethi­schen Richt­li­ni­en des Inter­na­tio­na­len Muse­ums­rats ICOM, wonach bei einem Erwerb von archäo­lo­gi­schen Kul­tur­gü­tern jede Anstren­gung unter­nom­men wer­den muss, um sicher­zu­stel­len, dass die als Geschenk ange­bo­te­nen Objek­te „nicht geset­zes­wid­rig in ihrem Ursprungs­land erlangt oder aus ihm bzw. aus einem drit­ten Land aus­ge­führt“ wurden.

Archäo­lo­gi­sche Kul­tur­gü­ter sind in Ita­li­en beson­ders von Plün­de­run­gen bedroht und seit 1909 gesetz­lich geschützt. In der Schweiz sind Alter­tums­fun­de seit Inkraft­tre­ten des Zivil­ge­setz­bu­ches 1912 beson­ders geschützt und gehö­ren dem Kan­ton, in dem sie gefun­den wer­den. Sodann sieht das Bun­des­ge­setz über den inter­na­tio­na­len Kul­tur­gü­ter­trans­fer (KGTG) eine Straf­sank­ti­on für den Fall der rechts­wid­ri­gen Über­tra­gung von Kul­tur­gut vor.

Die Schweiz hat mit Ita­li­en seit 2008 eine bila­te­ra­le Ver­ein­ba­rung, um den ille­ga­len Han­del mit Kul­tur­gü­tern zu bekämp­fen und die direk­te Zusam­men­ar­beit zu erleichtern.

Quel­le:
Bun­des­amt für Kultur
http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=46252