Film und Rea­li­tät – die Ent­schei­de der Jurys in Locarno

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By Andy Eglin

Was die Sphinx im anti­ken The­ben, sind im August jeweils die Ent­schei­de der Jurys in Locar­no: ein Rät­sel! – Wel­che Kri­te­ri­en legt wer woher war­um an die prä­mier­ten Fil­me? – Ent­rät­seln wir die Wirk­lich­keit des Unwirk­li­chen und das Irrea­le des Rea­len, dann lan­den wir im ganz nor­ma­len Wahnsinn. 

Bei­spiels­wei­se fah­ren wir in Mana­ka­ma­na (Regie: Ste­pha­nie Spray/Pacho Velez, USA, Nepal 2013), Gewin­ner des Gol­de­nen Leo­par­den für Zeit­ge­nös­si­sche Film­schaf­fen­de (Cine­as­ti del Pre­sen­te), mit einer Gon­del auf einen Tem­pel­berg in Nepal – in Real­zeit! – Bei einer Film­län­ge von 118 Minu­ten und einer Fahr­zeit um 11 Minu­ten sind das wohl 11 Fahr­ten mit wech­seln­den Pas­sa­gie­ren – stil­le, aber auch mehr­sil­bi­ge Men­schen, gar Zie­gen. Man­che ver­har­ren, fixiert auf ihre Gedan­ken. Ist es die Sor­ge um einen Ange­hö­ri­gen? Wofür frau Blu­men hin­auf zum Tem­pel bringt. Zunächst ist man genervt: Kino, da nichts geschieht, stiehlt doch nur Zeit, lie­fert kei­ne Hand­lung, kei­ne Geschich­te. Das beweg­te Bild als Errun­gen­schaft des Films, gefriert wie­der zur Por­trät­fo­to­gra­fie. Als säs­se man wie die gros­sen Doku­men­ta­ris­ten August San­der oder Doro­thea Lan­ge vor dem «ein­fa­chen» Volk: Alt und Jung, laut und stumm. – Nicht in Deutsch­land oder USA der Dreis­si­ger Jah­re, son­dern in Nepal heu­te. Doch tut sich immer noch nichts! – Zöge­rer haben in Locar­no kei­ne Chan­ce: Bleib ich sit­zen oder geh ich raus? – Das Erstaun­li­che, je län­ger man bleibt, umso mehr ver­raucht der Ärger über eine sol­che Zumu­tung: Man mutet sich sel­ber etwas zu, erfin­det Geschich­ten zu den Gesich­tern. Das eige­ne Kopf­ki­no beginnt zu sur­ren, fin­det in jeder Gon­del sei­nen Weg auf den Berg eige­ner Weis­heit und Erleuch­tung. Bleibt die Fra­ge: Was hat die rät­sel­haf­te Jury hono­riert? – Das Kino mit Selbst­aus­lö­ser in 1000 Köpfen?

Sol­che Belas­tungs­pro­ben für die Hum­meln zwi­schen dem ciné­phi­len Aller­wer-tes­ten und seri­el­len Plas­tik­stüh­len – von wegen Sitz­le­der! – sind aber nicht nur dreis­te Appel­le an die Krea­ti­vi­tät der Zuschau­er zur Ent­las­tung ein­falls­lo­ser Cine­as­ten: Sie könn­ten mit dem Preis­geld ein Fes­ti­val für Über­wa­chungs­ka­me­ras grün­den! Wobei nicht Men­schen, die nichts tun, das Pro­blem sind, son­dern ein Film­au­tor, der nichts tut. – Eben­so ärger­lich sind Ergüs­se, wenn ein Film einen wei­ner­lich und sonor zutex­tet wie: E Ago­ra? – Lembra–me (What Now – Remind Me, vgl. auch die aus­führ­li­che Kul­tur­kri­tik) von Joa­quim Pin­to, Por­tu­gal 2013. 

Mensch­li­ches Leid macht noch kei­nen Film, so erschüt­ternd es auch ist: Seit 20 Jah­ren trägt der Regis­seur und Gewin­ner des Spe­zi­al­prei­ses des Inter­na­tio­na­len Wett­be­werbs nun schon das Aids- und Hepa­ti­tis-C-Virus in sich. In Form eines Tage­buchs mono­lo­gi­siert Joa­quim Pin­to über sei­nen Krank­heits­ver­lauf und die Retro­vi­ren-The­ra­pie, wel­che zwar sein nack­tes Über­le­ben sichert, aber schwe­re Neben­wir­kun­gen nach sich zieht. Mal wähnt man sich in einem medi­zi­ni­schen Semi­nar, dann wie­der in einer Geschichts­stun­de, wobei er die­se Pest der Neu­zeit seit ihrem Aus­bruch in den 80er Jah­ren rap­por­tiert und mit ande­ren Epi­de­mien ver­gleicht. Er erin­nert an pro­mi­nen­te Opfer, die aus dem öffent­li­chen Gedächt­nis ent­schwun­den sind. Nicht nur als Künst­ler und Kory­phä­en des Geis­tes­le­bens, son­dern auch als Mär­ty­rer ihrer Risi­ko­grup­pe. Soweit so trau­rig. Doch schei­tert alles Bemü­hen um inhalt­li­chen Spreng­stoff an der her­me­ti­schen Intro­ver­si­on. Es bedürf­te eines neu­tra­len Erzäh­lers, zur dyna­mi­schen Dra­ma­tur­gie noch einer Aus­sen­wahr­neh­mung, um das nur Selbst­the­ra­peu­ti­sche auch in eine Mit­tei­lung zu ver­wan­deln, zum gerin­gen Anflug von Film­kunst. So blei­ben mir kaum mehr als Pin­tos Glücks­mo­men­te haf­ten, sei­ne Hin­ga­be ans unbe­schwer­te Hundeleben. 

Wenn doch der Hund des Men­schen bes­ter Freund in soviel Leid ist, sieht man ungern auch den treu­en Och­sen zer­teilt, zer­sägt, gehäu­tet, auf­ge­hängt am Spiess: So mag His­to­ria de la meva mort (Sto­ry of my Death) von Albert Ser­ra, E/F 2013) in den wil­den Kar­pa­ten statt­fin­den, unter sinn­lich rau­schen­den Bäu­men und locken­den Röcken – mit einem reich­lich weit her­ge­hol­ten, durch den Morast gekarr­ten Gia­co­mo Casa­no­va (1725–98) auf Besuch beim Gra­fen Dra­cu­la (1431–77), gefilmt in nicht mehr so neu­er Ent­de­ckung der Lang­sam­keit, wobei die Zeit auch im his­to­ri­schen Ver­lauf miss­han­delt wird. Das eig­net sich alles ganz und gar nicht zum Ciné­ma Véri­té. Da mögen noch eini­ge weni­ge phi­lo­so­phi­sche Sät­ze die spär­li­che Kon­ver­sa­ti­on auf­plus­tern, Vam­pi­re süs­ses Jung­mäd­chen­blut aus zar­ten Nacken sau­gen – nein: Die­ses Alt­her­ren­grin­sen reisst den fal­schen Pathos nicht aus den Bin­sen, ver­rät­selt nur noch mehr: Wofür gibt in Locar­no auch die Grand Jury den Gol­den­s­ten aller Leo­par­den und sat­te 90’000 Fran­ken her?

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Das Fes­ti­val ist auch ein Schloss

Auf den Spu­ren all die­ser Rät­sel muss man sich den Betrieb eines Fes­ti­vals wie Kaf­kas «Schloss» vor­stel­len als – Top Event of Switz­er­land – am Lan­gen See. Und wie der Land­ver­mes­ser «K» ver­misst man weni­ger das Land, als das unsicht­ba­re Geflecht der Bezie­hun­gen schon am Fus­se des Hügels, unter dem Hilfs­per­so­nal die­ser Tes­si­ner Pro­vinz­stadt, geschwei­ge denn im Schwei­gen ihrer Mau­ern und Tür­me. Dabei ver­hal­ten sich die Fes­ti­vals unter­ein­an­der wie Eli­te­uni­ver­si­tä­ten, die sich gegen­sei­tig das Per­so­nal abwer­ben oder zur nächs­ten Burg wei­ter­zie­hen. Manch­mal geht das über Nacht, wie im Vor­jahr der Abgang des künst­le­ri­schen Lei­ters Oli­vi­er Pere zu ARTE France. Ging’s um die Kar­rie­re, war es Über­druss? Oder Clau­dia Laf­fran­chi – das belieb­tes­te Gesicht des Fes­ti­vals, auch von RSI (Radiote­le­vi­sio­ne Svi­z­zera). Die lang­jäh­ri­ge Star­mo­de­ra­to­rin muss­te kurz­fris­tig ersetzt wer­den, weil sie im fer­nen LA Frei­tod geging. Das alles im sel­ben Jahr. Was ist hin­ter den Fes­ti­val­ku­lis­sen wahr? Hin­ter sei­nen Flos­keln einer höfi­schen Gesell­schaft. Falsch, sagt einer, der es wis­sen muss: Die Macht tei­len sich eini­ge Clans wie in Schott­land im 16. Jahr­hun­dert. Loka­le Ver­wal­ter, frem­de Gestal­ter. Man schiebt sich Sub­ven­tio­nen zu, orga­ni­siert Emp­fän­ge für Spon­so­ren immer neu­er Trost­prei­se. Um bei der undurch­sich­ti­gen Ver­ga­be der Haupt­prei­se nicht ande­re zu ver­gäl­len. Denn jeder weiss, Eitel­keit macht heiss. Natür­lich sind das nur Ver­mu­tun­gen im Dunst­kreis der Ohn­macht, denn wie soll man da Wahr­heit erfah­ren. – Nur manch­mal blitzt die­se auf zwi­schen den Zei­len, sozu­sa­gen im Unge­sag­ten oder ver­zwei­felt Gewag­ten wie Ris­se im Boll­werk. Land­ver­mes­ser «K» ver­sucht auch die Mimik der Offi­zi­el­len zu deu­ten, den ein­dring­li­chen Blick des ein­sa­men Fes­ti­val­prä­si­den­ten M. S. wäh­rend sei­ner kul­tur­be­schwö­ren­den Rede zum smar­ten Kul­tur­vor­ste­her A. B. aus der Bun­des­haupt­stadt, der noch mehr Geld spre­chen soll. Auch die 5‑fache Erwäh­nung des «Tes­sins» in einem ein­zi­gen Satz spricht Bän­de. Doch mehr Geld wofür? – Noch mehr Trost­prei­se? Zur wei­te­ren Auf­blä­hung des Appa­rats, für die Ali­men­tie­rung meist Kunst­fer­ner? – Was ist von der Empö­rung zu hal­ten von des Autors von «Tableau Noir» (CH 2013, vgl. auch die aus­führ­li­che Kul­tur­kri­tik) – des bes­ten Films des dies­jäh­ri­gen Haupt­wett­be­werbs, der sich auf dem Podest ent­ge­gen der Abend­re­gie aus der Opfer­gru­be sei­nes Her­zens offen­bar­te: Dass man ihm zuerst zu einem Haupt­preis gra­tu­lier­te, was sich als Irr­tum erwies. Ein dilet­tan­ti­sches Miss­ge­schick oder eine Intri­ge? – Da kön­ne er auch gleich auf den «Wisch» einer loben­den Erwäh­nung (Spe­cial Men­ti­on) ver­zich­ten! – «K» sah, wie die Offi­zi­el­len ihr Lächeln wie Han­sa­plast auf den Mund des so Ent­täusch­ten kleb­ten, damit sei­ne Wun­de nicht unter allen Augen wei­ter blu­te­te. Doch Pflas­ter statt Zas­ter hel­fen nicht, beför­dern kei­nen Film in die Säle, til­gen kei­ne Schulden!

Das Haus des Films

Nun soll auch noch ein blei­ben­des Monu­ment ent­ste­hen, geweiht nicht nur dem flüch­ti­gen Moment, der Illu­si­on von Glanz und Glo­ria, dem Ram­pen­licht zwei­er August­wo­chen, die man hier rund um den Kalen­der vor­be­rei­tet in Hin­ter­stu­ben: Es soll end­lich ein rich­ti­ge «Casa del Cine­ma» ihre Pfor­ten öff­nen zu Büro­zei­ten und übers gan­ze Jahr – wenn in der son­nen­reichs­ten Pro­vinz der Schweiz wie­der Nota­re und Anwäl­te, Steu­er­flüch­ti­ge und Immo­bi­li­en­spe­ku­lan­ten ihrem stil­len Gewer­be beim Cap­puc­ci­no im Mor­gen­licht und Risot­to ai Funghi am Mit­tags­tisch nach­ge­hen. Ein sol­ches Zen­trum ist eine gross­ar­ti­ge Idee: Es soll nach 70 Jah­ren Exis­tenz des Fes­ti­vals für die 7. Muse ein Muse­um ent­ste­hen, ein Archiv und Ort für ciné­as­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen, für Retro­spek­ti­ven und The­men­wo­chen. Es soll als For­schungs­platz die­nen, als Ergän­zung zur Ciné­ma­t­hè­que Suis­se in Lau­sanne. Damit fän­de die unrühm­li­che Ver­trei­bung des Film­fes­ti­vals aus dem legen­dä­ren «Grand Hotel» von Locar­no, der Ver­lust sei­ner Geschich­te und Patinà mit­samt den Düf­ten aus dem Park vol­ler Feen und Kobol­de – als Auf­gang und Balus­tra­de für Glücks­rit­ter des Gla­mours, wor­in auch ein betö­ren­der Ros­ma­rin­strauch das Pala­ver von uns Möch­te­gerns erde­te – sein neu­zeit­li­ches Hap­py End. 

Vor­stell­bar ist auch eine Fakul­tät für Film­wis­sen­schaft der Uni­ver­si­tà del­la Svi­z­zera Ita­lia­na, so wie auch Dimit­ris Clown­schu­le in Ver­scio heu­te einen aka­de­mi­schen Sta­tus und öffent­li­che Unter­stüt­zung geniesst. Das geplan­te Haus des Films prä­sen­tiert sich als Wun­der­tü­te vie­ler Träu­me und ist zugleich die poli­ti­sche Nagel­pro­be, ob es gelingt, Film und Kul­tur gene­rell als exis­ten­zi­el­len Mehr­wert, nicht nur als Mar­ke­ting­ver­an­stal­tung fürs loka­le Tou­ris­mus­ge­wer­be in der Bevöl­ke­rung zu eta­blie­ren. Deren Mehr­heit geht nie ins Kino, auch nicht wäh­rend des Film­fes­ti­vals. Die berühm­te abend­li­che Piaz­za, wo die Gran­den der Stadt und Regi­on jeweils patrio­ti­sche Appel­le zele­brie­ren, ist in Wahr­heit eine Exkla­ve der übri­gen Schweiz und Deutsch­lands – von Mai­land über Zürich bis Ber­lin. Das Fes­ti­val blieb bei den Loka­len bis ein Fremd­kör­per. Des­halb ging das 58 Jah­re lang vom Fes­ti­val für ciné­phi­le Dis­kus­sio­nen und Roman­zen (beim Ros­ma­rin­strauch!) genutz­te «Grand Hotel» – heu­te eine Spe­ku­la­ti­ons­rui­ne – an den Krä­mer­geist jener Fami­lie ver­lo­ren, die bis 1999 einen Bun­des­rat stell­te, obwohl ihnen schon halb Locar­no gehört! – Nicht zu ver­glei­chen mit Basel, wo 1967 eine gan­ze Stadt für den Erhalt ihrer Picas­so Bil­der kämpf­te! – Viel­leicht lie­gen die Grün­de auch ganz anders, viel­leicht sind Film und Kul­tur im Sin­ne Freuds nur ein Ersatz für feh­len­de unmit­tel­ba­re Lebens­qua­li­tät, die hier aus einer Gunst der Natur üppig vor­han­den ist. Eine The­se, wel­che das Thea­ter-fes­ti­val in Avi­gnon sogleich wider­leg­te, das 1946 gegrün­det, ein Jahr älter ist. Jeden­falls zei­gen sich beim Vor­ha­ben die­ses neu­en Fes­ti­val­zen­trums für den Film bereits wie­der die Mecha­nis­men loka­ler Stra­te­gien. Von den Pro­jek­ten der inter­na­tio­na­len Aus­schrei­bung wur­de von der Jury (!) eines der fan­ta­sie­lo­ses­ten aus­ge­wählt, um abzu­si­chern, dass auch ein neu­es Schloss im Dorf bleibt. Es geht hier kaum je um Visio­nen, son­dern um die Ver­tei­lung auch künf­ti­ger Pfründe. 

Auch die Bewer­bung einer qua­li­fi­zier­ten Kan­di­da­tin beim Pro­jekt­lei­ter, Anwalt in der Par­tei, der auch die Stadt­prä­si­den­tin ange­hört, blieb ohne Ant­wort. Erst ein Brief an den Prä­si­den­ten des Fes­ti­vals, im «Schloss» ist das nur über den Flur, ver­an­lass­te die­sen Mann mit Herz, bei der Stadt­prä­si­den­tin nach­zu­ha­ken, was end­lich die flos­kel­haf­te Absa­ge erbrach­te einer film­fer­nen Par­tei­sol­da­tin. Denn die Kan­di­da­tin war kei­ne aus den eige­nen Rei­hen. Die­se öff­net man nur, wenn es nicht mehr anders geht, um noch höhe­re Fürs­ten mil­de zu stim­men. Franz Kaf­ka: «Der direk­te Ver­kehr mit den Behör­den war nicht all­zu schwer, denn die Behör­den hat­ten, so gut sie auch orga­ni­siert sein moch­ten, immer nur im Namen ent­le­ge­ner, unsicht­ba­rer Her­ren ent­le­ge­ne, unsicht­ba­re Din­ge zu ver­tei­di­gen, wäh­rend K. für etwas leben­digst Nahes kämpf­te.» (Das Schloss) 

Schuld und Unschuld

Wo Macht ist, fin­det sich immer auch Schuld. Und in der Ohn­macht lebt noch die Unschuld. Dazwi­schen voll­zieht sich jeder All­tag als Mischung von bei­dem. Was machen aber jene, die mit ihrer Schuld leben müs­sen? – Eini­ge leben damit recht gut, wie das Bei­spiel zeigt des ehe­ma­li­gen Invest­ment-Star­ban­kers Rai­ner Voss in Mas­ter of the Uni­ver­se (Regie: Marc Bau­der, D 2013). Als Kron­zeu­ge des Kasi­no­ka­pi­ta­lis­mus in der ers­ten Deka­de unse­res Jahr­hun­derts plau­dert er sich sicht­lich selbst­ge­fäl­lig durch eine leer­ste­hen­de Gross­bank in Frank­furt am Main. 

Trotz oder gera­de wegen die­ser lau­ni­gen Non­cha­lance hat sei­ne Beschrei­bung der Zustän­de in die­sem Kasi­no unglaub­li­che Wucht. Sie schallt wie­der von den kal­ten Wän­den des ver­las­se­nen Glas­turms an Euro­pas ‚Wall­street› wie ein Echo all jener, die hier einst wirk­ten und die Welt­wirt­schaft bei­na­he in den Abgrund stürz­ten. Voss› Insi­der­wis­sen füllt die­se ver­las­se­ne Kathe­dra­le zur Fei­er des Gel­des wie­der mit dem Leben der Trader und ihrer Ver­ach­tung fürs Leben. Das Erschre­cken über soviel Leicht­sinn ist gross und ver­grös­sert sich immer mehr durch den her­vor­ra­gen­den Ein­fall des Regis­seurs, die Ästhe­tik der Lee­re die­ser ent­mach­te­ten Hal­len als Resul­tat und Spie­gel der Sinn­lee­re aller spe­ku­la­ti­ven Geschäf­te wir­ken zu las­sen. Aus beru­fe­nem Mund erhal­ten wir einen Abriss der Geschich­te der Finanz­märk­te, die sich mit der Ultra­li­be­ra­li­sie­rung unter Ronald Rea­gan und Mar­ga­ret That­cher in den 80er Jah­ren los­lös­ten von der Real­wirt-schaft. Ent­fes­selt von jeder Kon­trol­le erfan­den die Invest­ment Ban­ken Deri­va­te, Ter­min­wet­ten und Struk­tu­rier­te Pro­duk­te, von denen sie sel­ber kaum wuss­ten, was sich in deren Struk­tur ver­barg. Oder sie wuss­ten es, und wet­te­ten in einem wei­te­ren Pro­dukt, dass es sich beim ers­ten um Trash han­delt. Das ist, wie wenn Fleisch­händ­ler wis­sent­lich ver­dor­be­ne Ware auf den Markt brin­gen, wo es kei­ne Kon­trol­leu­re mehr gibt, und gleich­zei­tig dar­auf wet­ten, dass die ange­prie­se­ne Ware ver­dor­ben ist. Ein gigan­ti­sches Betrugs­sys­tem! Der frü­he­re Finanz- und Rechts­spe­zia­list der ABM AMRO sin­niert erstaun­lich offen­her­zig über die Mit-ver­ant­wor­tung des Ein­zel­nen am schein­bar Unper­sön­li­chen – an der Welt­fi­nanz-kri­se mit Fol­gen für fast alle – und ent­zieht sich doch zum Schluss jeder Haf­tung, als er in sei­nem Edel­schlit­ten mit fle­cken­los weis­ser Wes­te aus der Gara­ge fährt: Wir wis­sen nun, er brach­te sein Ver­mö­gen recht­zei­tig ins Tro­cke­ne. Da fährt ein ganz Schlau­er weg. Denn ein Kron­zeu­ge ent­geht nicht nur teil­wei­se oder ganz der Stra­fe, er ret­tet auch sein Gewis­sen. Zu Gericht sitzt die Öffent­lich­keit über das Medi­um Film und erteilt für die Wahr­heit aus ers­ter Hand ihre Abso­lu­ti­on. – Marc Bau­ders atem­be­rau­ben­der Doku­men­tar­film über eine abs­trak­te Mate­rie mit rea­len Fol­gen als Bei­spiel für moder­nen Ablass­han­del mit einem bril­lan­ten Haupt­dar­stel­ler erhielt in Locar­no zu Recht den Kri­ti­ker­preis von 8000 Franken. 

Das Para­dies

Macht ist der Unschuld Feind. Mäch­ti­ge has­sen Unschul­di­ge, weil die­se sie an ihren Ver­lust erin­nern – ans ver­lo­re­ne Para­dies, das man künst­lich, auch mit allen Mit­teln der Macht nicht wie­der her­stel­len kann. Die Kon­flik­te sind da am trau­rigs­ten, wo Macht unmit­tel­bar auf Ohn­macht, Schuld auf Unschuld trifft. 

Wie etwa in einer klei­nen Land- und Gesamt­schu­le in «La Mon­tagne» auf 1100m Mee­res­hö­he im Neu­en­bur­ger Jura, die 2007 ihre Tore schlies­sen muss­te wegen eines Ver­wal­tungs­ent­scheids. Der Spar­ham­mer häm­mer­te die­sen real­uto­pi­schen Spiel- und Lern­raum für ein Dut­zend Kin­der für immer zu. Wo kei­ne Schu­le ist, zie­hen auch die Eltern fort, endet die Zukunft einer gan­zen Land­schaft im Neu­en­bur­ger Jura.

Machen wir sie noch ein­mal auf für den Film Tableau Noir (Schweiz, 2013, vgl. auch die aus­führ­li­che Kul­tur­kri­tik) des Waadt­län­ders Yves Yer­sin, der wäh­rend 13 Mona­ten fast täg­lich ins­ge­samt 1200 Stun­den Film­ma­te­ri­al dreh­te und bis zum bit­te­ren Ende fort­führ­te. Bit­ter war auch der Ver­kauf sei­nes Hau­ses, damit die­ser wun­der­ba­re Film über­haupt fer­tig­ge­stellt wer­den konn­te. Im Mit­tel­punkt steht die Auf­merk­sam­keit und Zu-wen­dung eines Leh­rers für sei­ne Schul­kin­der, was weit dar­über hin­aus­geht, was Bil­dungs­ma­na­ger heu­te als Wis­sens­ver­mitt­lung ver­sach­li­chen. Wir sehen aber nicht nur Gil­bert Hir­schi als rüh­ri­gen Päd­ago­gen, der mit sei­ner Engels­ge­duld den klei­nen «Mons­tren», wie Ame­ri­ka­ner ihre Kin­der bezeich­nen, Zivi­li­sa­ti­ons-tech­ni­ken bei­bringt als Rüst­zeug auf dem Weg in ihr spä­te­res Berufs­le­ben. Das sehen wir alles auch, aber noch viel mehr erle­ben wir den schöp­fe­ri­schen Humor und inne­ren Reich­tum, den Kin­der den Erwach­se­nen aus sich her­aus noch frei mit­tei­len. Dass sich die Fra­ge stellt, wer pro­fi­tiert in die­sem Aus­tausch mehr? – Haut­nah folgt der Film ihrem stau­nen­den Ler­nen und Spiel, der Schlä­ge­rei zwei­er Mäd­chen auf der Kip­pe zur rohen Gewalt, ohne dass der Leh­rer oder die Film­leu­te ein­grif­fen. Hir­schi kennt wohl auch Sum­merhill School von A. S. Neill.

Es bedurf­te nur drei­er Tage, bis die Kin­der die ste­ti­ge Beob­ach­tung durch die zwei Kame­ras ver­gas­sen. Auf einen Ton­meis­ter wur­de ver­zich­tet, statt­des­sen jedes Kind mit einem Kopf­mi­kro­phon ver­se­hen. Das mach­te ihre Gesprä­che und Emo­tio­nen in der Grup­pe noch authen­ti­scher, ja span­nungs­reich wie ein Kri­mi. Als Doku­ment des Wider­stands der Unschuld gegen die auf­kom­men­de sozia­le Käl­te und Ent­so­li­da­ri­sie­rung in der Gesell­schaft, auch gegen einen Staat, der sei­ne Leis­tun­gen zur För­de­rung der Jugend abbau­en muss, weil ihm selbst die Mit­tel ent­zo­gen wer­den – durch just jene Leu­te, wel­che an der Bör­se immer rei­cher wer­den und poli­tisch durch­set­zen, noch weni­ger Steu­ern zu bezahlen. 

So zeigt der Film kein Hap­py End, statt­des­sen flies­sen Trä­nen. Bei Gross und Klein, Frau und Mann, beim Leh­rer, beim Bau­er und beim Zuschau­er. «Sozi­al-kitsch» nann­te dies ein kri­ti­scher Kol­le­ge. In nerv­te die Natür­lich­keit, die sich gross in Sze­ne setzt aus klei­nem Kin­der­witz. Es gibt vie­le Fil­me über die Schu­le. Aber kei­nen, der so dicht vom Ver­lust unse­rer eige­nen Kind­heit han­delt. Im Schlamm am Klön­ta­ler­see erfin­den die Kin­der von La Mon­tagne noch ein­mal die Welt: Das Bach­bett wird zur Urland­schaft, auch wir sel­ber zu Dino­sau­ri­ern, die sich gegen Tyran­nus Rex behaup­ten. Was im Leben trau­rig zu Ende geht, bleibt auf der Lein­wand wun­der­bar erhal­ten – die Unschuld.

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Schmut­zi­ge Hände

Hän­de han­deln. Sie sind wie Visi­ten­kar­ten. Des­halb hät­te San­gue (Ita­li­en 2013) von Pip­po Del­bo­no in Locar­no nicht zur Visi­te gela­den wer­den sol­len. Die Ein­la­dung zur Teil­nah­me im dies­jäh­ri­gen inter­na­tio­na­len Wett­be­werb ist kein Ruh­mes­blatt für die (poli­ti­sche) Sen­si­bi­li­tät des neu­en Direk­tors Car­lo Cha­tri­an. Als Ita­lie­ner hät­te er um die Befind­lich­kei­ten in sei­ner Hei­mat wis­sen müssen. 

Der Tod und wir Zuschauer

Es sind nicht die schmut­zi­gen Fin­ger­nä­gel des Regis­seurs. Gänz­lich unzu­mut­bar ist des­sen Über­griff auf das Ster­ben der eige­nen Mut­ter, die sich noch im letz­ten Hauch ihres Lebens zu weh­ren ver­sucht gegen die Kame­ra des Sohns, der sie beim Hin­schied filmt: «Speg­ni­la!» – Er tut es nicht. Bei sol­cher Miss­ach­tung des letz­ten Wil­lens stellt sich auch grund­sätz­lich die Fra­ge nach der Öffent­lich­keit beim noch Leben und schon Tod. Die Ant­wort darf nur als Respekt aus­fal­len vor dem was ist oder soeben noch war – vor dem Geheim­nis dazwi­schen. Das auch kei­ne Reli­gi­on zu erklä­ren kann. So ist man als Zuschau­er die­ses ewi­gen Rät­sels gleich­zei­tig fas­zi­niert und fühlt sich doch eben­so als Voy­eur des Intims­ten eines Men­schen, von des­sen letz­tem Augen­blick – ohne jede Legi­ti­ma­ti­on durch einen per­sön­li­chen Bezug. Der Über­griff des Regis­seurs wird zwangs­läu­fig auch zum Über­griff des Zuschau­ers. Man kann sich das auch nicht von der See­le schreiben. 

Schon immer ver­such­te die Mensch­heit, das Rät­sel des Todes zu ent­rät­seln, dem Geheim­nis hab­haft zu wer­den, was nicht zu haben ist, weil im Sein oder viel­mehr Nicht­sein begrün­det. Das Leben im Moment sei­nes Ent­schwin­dens fest­zu­hal­ten. Dafür wur­de von pro­mi­nen­ten Ver­stor­be­nen oder ver­mö­gen­den Nach­kom­men jeweils eine Toten­mas­ke erstellt. Inzwi­schen hält die Foto­gra­fie das erlo­sche­ne Anlitz des Men­schen erschwing­li­cher fest wie bei­spiels­wei­se Rudolf Schä­fers erschüt­tern­de Doku­men­ta­ti­on aus der Ber­li­ner Cha­ri­té vom «Ewi­gen Schlaf – Visa­ges de mor­ts.» (Ver­lag Kell­ner, Ham­burg 1983). Doch Pip­po Del­bo­no geht es kaum um Trans­pa­renz und Tran­szen­denz, als um die fil­mi­sche Ver­mark­tung sei­nes salop­pen Bruchs eines der letz­ten Tabus – des mensch­li­chen Sterbens. 

Ein Ter­ro­rist ohne Reue

Der kal­te Blick auf das Erkal­ten­de – dafür fliesst wohl der Film­ti­tel «San­gue» – fin­det sich wie­der in der Mie­ne des ehe­ma­li­gen Anfüh­rers der ita­lie­ni­schen Rot­bri­ga­dis­ten, der sei­nen kalt­blü­ti­gen (!) Mord eines Unbe­tei­lig­ten skan­da­lös unbe­tei­ligt beschreibt: Gio­van­ni Sen­za­ni war wohl auch schon ein Mit­wis­ser der Ent­füh­rung Aldo Moro’s am 16. März 1978. Der frü­he­re Minis­ter­prä­si­dent galt als Hoff­nungs­trä­ger eines «His­to­ri­schen Kom­pro­mis­ses» in Ita­li­en zwi­schen den Euro­kom­mu­nis­ten Enri­co Berlinguer’s und den Christ­de­mo­kra­ten. Das hät­te wohl auch den Kal­ten Krieg zwi­schen Ost und West eini­ges frü­her been­det. Statt­des­sen wur­de Moro ermor­det. Bis heu­te sind die Ver­bin­dun­gen zwi­schen den Ter­ro­ris­ten, den par­al­lel­staat­li­chen Geheim­diens­ten und der Mafia noch nicht auf­ge­klärt. Sen­za­ni kam selbst aus dem Dunst­kreis des Staats­schut­zes, bevor er den Staat fron­tal angriff. Sei­ne ideo­lo­gi­sche Ver­blen­dung zur Unkul­tur des Has­ses zeigt Ähn­lich­keit mit dem Abweg Ulri­ke Mein­hoffs in die deut­sche RAF und den Unter­grund nur sinn­lo­ser Gewalt. Zunächst stu­dier­te der spä­te­re Rot­bri­ga­dist Recht in Bolo­gna und Ber­ke­ley, danach lehr­te er aus­ge­rech­net Kri­mi­no­lo­gie in Flo­renz und Sie­na, bis er 1978 abtauch­te und sei­ne Blut­spur des ideo­lo­gisch ver­klär­ten Ver­bre­chens hin­ter­liess. Im Juni 1982 wur­de er gefasst und zu 17 Jah­ren Gefäng­nis ver­ur­teilt. Weder bei sei­ner Ent­las­sung 1999, noch in einem Inter­view 2010 zeig­te er wirk­li­che Reue: «Ich habe nur mei­ne Poli­tik geän­dert, nicht mei­ne Ideen.» – Wie sol­len sich Ideen von Taten unter­schei­den: Ist das eine nicht der Kopf, die Taten Glie­der? In «Blut» beschreibt er nüch­tern wie ein Buch­hal­ter, Han­nah Are­ndt nann­te das «die Bana­li­tät des Bösen», wie er Rober­to, den Bru­der von Patri­zio Peci, eines ‚Pen­ti­to› (Über­läu­fers), hin­rich­te­te zur Abschre­ckung für geständ­nis­wil­li­ge inhaf­tier­te Rot­bri­ga­dis­ten. Wie sie den Ent­führ­ten in einem Gehöft auf den Stuhl fes­sel­ten und er selbst von hin­ten die Pis­to­le zum töd­li­chen Schuss abdrück­te. Sol­che Unmensch­lich­keit unter­schei­det sich kaum von der Mafia, wel­che etwa 14 Ver­wand­te des reu­mü­ti­gen Tom­ma­so Bus­cet­ta umbrach­te, des­sen Sohn in Salz­säu­re auf­lös­te. Es gibt für sol­che Taten kei­ne Recht­fer­ti­gung, kei­ne «poli­ti­sche», noch fik­tiv bür­ger­kriegs­recht­li­che, auch nicht gegen einen kor­rup­ten Staat wie Ita­li­en wäh­rend der «Blei­er­nen Jah­re» mit der Geheim­lo­ge P2 und dem lan­gen Arm der Faschis­ten zu Bom­ben­an­schlä­gen mit Dut­zen­den von Toten. – Die Fra­ge bleibt ohne Ant­wort: Bringt Gio­van­ni Sen­za­ni die Schmauch­spu­ren sei­nes Mor­des je wie­der von sei­nen Händen? 

Vir­tu­el­le und rea­le Gewalt

Was wären die Vor­aus­set­zun­gen für eine Ver­söh­nung mit der Gesell­schaft, sind es nur die Jah­re hin­ter Git­tern? – Was geht in den Augen, in den Gedan­ken eines in die Irre lei­ten­den Intel­lek­tu­el­len vor? Wel­che Bewei­se für Gesin­nungs­wan­del müss­ten erbracht wer­den, damit ihm Ange­hö­ri­ge der Opfer ver­zei­hen kön­nen? Der in Locar­no völ­lig depla­zier­te Film «San­gue» leis­tet der Sache jeden­falls einen Bären­dienst, weder Refle­xi­on noch Abbit­te, son­dern ver­harm­lost einen Täter zu einem bei­na­he sanf­ten Alten im Krei­se sei­ner Fami­lie am Strand. Das über die Vor­ge­schich­te infor­mier­te ita­lie­ni­sche Publi­kum quit­tier­te den Film mit Pfiffen.

Damit pro­vo­zier­te auch schon die Aus­wahl­ju­ry des Haupt­wett­be­werbs einen Skan­dal. Denn weder gehört ein sol­cher Film, noch des­sen rüde Macher und Dar­stel­ler ins Ram­pen­licht eines der Kunst des Kinos – somit auch der Uto­pie einer bes­se­ren Welt – ver­pflich­te­ten Fes­ti­vals, wenn in der Öffent­lich­keit nicht gleich­zei­tig eine fun­dier­te Debat­te statt­fin­det, wenn sich Prot­ago­nis­ten nicht unmiss­ver­ständ­lich von ihrer ver­bre­che­ri­schen Bio­gra­fie distanzieren. 

Was Hol­ly­woods «schwar­ze Prin­zen» wie etwa Quen­tin Taran­ti­no als vir­tu­el­le Gewalt­or­gi­en insze­nie­ren, um damit frag­wür­di­ge Bedürf­nis­se zu bedie­nen, als Ven­til­funk­ti­on einer letzt­lich repres­si­ven, anti­so­li­da­ri­schen Gesell­schaft, wird in «San­gue» von der Rea­li­tät über­holt: Aus der Gau­di an einer mords­tech­ni­schen Sus­pen­se wird schuss­ar­tig rea­le Geschich­te, das Leid der Welt. 

Fes­ti­val­prä­si­dent Mar­co Sola­ri ret­te­te die Ehre des Inter­na­tio­na­len Film­fes­ti­vals von Locar­no und setz­te gegen die Irr­tü­mer selbst­be­fan­ge­ner Jurys ein rich­ti­ges Zei­chen, als er beim Emp­fang Gio­van­ni Sen­za­ni den Hand­schlag ver­wei­ger­te: Die Hygie­ne der Hän­de ist auch eine des Geistes.

: http://www.kulturkritik.ch/2013/film-und-realitat-abschlussbericht-locarno-2013/



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